Nicht erst seit der NSA-Affäre und den Snowden-Bekenntnissen um die Bespitzelung und Überwachung der weltweiten Datennetze- und -ströme steigt das Bedrohungsgefühl des Menschen vor einer orwellschen Welt. Der Mensch als überwachtes Wesen, von unsichtbaren Strahlen und Mächten in seinen Entscheidungen beeinflusst, eine Szenario, das Menschen schon seit Jahrzehnten entwerfen. Denn seit es die unsichtbaren Datenströme wie Funk, Radar, Röntgen, Telefon gibt, haben die Paranoiker sie für ihre Leiden verantwortlich gemacht. Mit großem technischen Wissen behaupten sie schon immer die Existenz von Apparaten und Methoden, die uns bisher aberwitzig erschienen, an denen aber in den Labors, bei Polizei und Militär längst geforscht wird.

Filmemacher Niels Bolbrinker ("Die Thuranos", "Die Natur vor uns", "Fliegen und Engel") hat mit Philosophen und Psychologen, aber auch mit Menschen gesprochen, die sich zum Teil bereits seit Jahrzehnten von unbekannten Mächten verfolgt und bedroht fühlen. Das klingt den meisten Fällen ziemlich irre und abwegig, doch so manche Aussage lässt den kritischen Betrachter durchaus die Stirn runzeln. Ein großer Verdienst von Bolbrinkers Werk ist jedoch der Umstand, dass der Zuschauer sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzt und die heutigen technischen Möglichkeiten aufgezeigt bekommt. Was da wohl in Zukunft noch auf uns zukommen wird?



Foto: RealFiction