In seiner freien Variante des berühmten Haarmann-Falles verlegt der Fassbinder-Schauspieler Ulli Lommel die Geschichte ins Bochum nach dem Zweiten Weltkrieg. Fritz Haarmann, ein ehemaliger Metzger, Hausierer und Kleinkrimineller, wird von der Polizei zu Spitzeldiensten erpreßt. Niemand ahnt, dass der geistig eher minderbemittelte, harmlos wirkende Mann der lange gesuchte Massenmörder ist.

In Ulli Lommels Film geht es weniger um einen dokumentarischen Abriss des Geschehens, vielmehr spielt er mit Motiven des Vampirfilms. Darin überzeugt vor allem Kurt Raab als gar nicht so unsympathisches Scheusal. Das Werk wurde im Herbst 1972 in nur 24 Tagen abgedreht, und bis heute darf spekuliert werden, ob nicht Meister Fassbinder - der in einer Nebenrolle auftritt - hier nicht bisweilen auch ein wenig mit inszenierte.

Foto: ZDF/Rainer Werner Fassbinder Foundation