Mitte des 19. Jahrhunderts führt die Bevölkerung des Hunsrücker Dorfes Schabbach ein ärmliches Leben. Für viele junge Menschen stellt sich die Frage, ob man im Dorf bleibt oder in die Welt und damit ins Ungewisse zieht. Auch der belesene Jakob ist eine jener rastlosen Seelen, die gerne das Abenteuer suchen würden. Doch da sein älterer Bruder beim Militär ist, muss Jakob als Bauer und Schmied beim Vater arbeiten. Trotzdem liest der Junge jedes Buch, dass er in die Finger bekommt und träumt vom Leben in Brasilien. Schließlich verliebt er sich in das hübsche Jettchen und glaubt, in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Doch als sein Bruder den Militärdienst beendet hat, lässt sich Jettchen mit diesem ein ...

Zugegeben: die Bilder dieser erneuten Chronik - diesmal aus dem 19. Jahrhundert - sind mitunter wirklich beeindruckend. Doch bereits in den ersten 100 Minuten haben sich derart viele Fehler eingeschlichen (Räder, die bergauf rollen, Umschnittfehler, sinnfreie Farbsprengsel, etliche inhaltliche Ungereimtheiten usw.), dass man schon viel verzeihen können muss, um der Geschichte weiter zu folgen. Interessant bleibt zwar vieles, verlangt aber auch bei fast vier Stunden Laufzeit enormes Sitzfleisch. Hinzu kommt, dass die Authentizität auch darunter leidet, dass nicht alle Dialekt sprechen und einige Passagen eigentlich untertitelt werden müssten. So ist Edgar Reitz’ viertes Heimat-Epos leider das schlechteste geworden. Schade, denn Kinoformat haben die Bilder mitunter durchaus. 2014 gab's dafür die Goldene Lola als bester Film beim Deutschen Filmpreis sowie die Auszeichnungen für das beste Drehbuch und die beste Regie.



Foto: Concorde