1943: Der Vater des neunjährigen Eero ist im Krieg gefallen. Wie Tausende finnischer Kinder wird er zu seinem Schutz nach Schweden zu einer Pflegefamilie gebracht. Eero fühlt sich verloren, zumal sich seine Pflegemutter Signe sehr abweisend verhält. Die Situation ändert sich, als Eeros Mutter in einem Brief mitteilt, dass sie mit ihrem Geliebten nach Deutschland gehen will und er bei seiner Pflegemutter bleiben soll. So wird Eero zu Signes Sohn. Nach Kriegsende aber muss Eero gegen seinen Willen nach Finnland zurück, wo seine Mutter nun doch auf ihn wartet. Er wird ihr nie mehr vertrauen können, zu oft hat sie ihn enttäuscht ...

1992 veröffentlichte Heikki Hietamies seine Erinnerungen "Äideista parhain", in der er seine Kriegs-Erfahrungen als evakuiertes Kind thematisierte. Wie etwa 70000 andere Leidensgenossen wurde der Autor von Finnland nach Schweden geschickt, um das Ende des Zweiten Weltkrieges abzuwarten. Nach dem Krieg mussten sie zurückkehren - oft gegen ihren Willen. Viele der Kinder waren tief traumatisiert und fühlten sich ihr Leben lang zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen und zwei Familien hin- und hergerissen. Jahrzehntelang wurde das Thema totgeschwiegen. 2005 schließlich nahm sich Regisseur Klaus Härö der literarischen Vorlage an und drehte dieses hervorragend gespielte und einfühlsam inszenierte Geschichtsdrama, das auf mehreren Filmfestivals ausgezeichnet wurde.



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