Es ist ein Thema, das in Deutschland eher wenig beachtet wird und nur dann auf den Tisch kommt, wenn Prominente wie Miroslav Klose oder Lukas Podolski eine ähnliche Geschichte zu erzählen haben: Die Integration der polnischen "Spätaussiedler". Gut die Hälfte der Deutschstämmigen in Polen hat das Land in den Siebziger- und Achtzigerjahren verlassen und in der Bundesrepublik eine neue Heimat gefunden. Bisher wurden nur sehr wenige Versuche unternommen, deren Integration unter die Lupe zu nehmen. Der Autor Andrzej Klamt hat es gemacht und anhand der Geschichte seiner alten Schulklasse im polnischen Bytom in Schlesien, früher Beuthen, einen Blick auf die Schicksale und Empfindungen der einzelnen Klassenkameraden geworfen. Dabei traf er auf ganz unterschiedliche Lebensläufe - in Deutschland und in Polen ...

Filmautor Andrzej Klamt gehört zu der Hälfte, die Polen verlassen hat. Er wurde 1964 in Bytom geboren und stammt aus einer Familie, in der sowohl deutsch als auch polnisch gesprochen wurde. Er war 15 Jahre alt, als seine Familie in den Westen übersiedelte. In seiner Dokumentation lässt er seine ehemaligen Klassenkameraden zu Wort kommen und erzählen, wie sie ihre Kindheit im kommunistischen Polen, ihre Ausreise in den "golden Westen" und die ersten, schweren Jahre dort erlebt haben. Aber er zeigt auch, was aus denen geworden ist, die damals in Polen geblieben sind. Blicken sie neidisch auf die, die damals den Schritt nach Deutschland wagten? Entstanden ist eine interessante Dokumentation, die von Heimat, vom Bleiben, vom Auswandern und vom Ankommen erzählt und ein Stück Geschichte aufarbeitet, das zu oft vergessen wird.



Foto: Halbtotal Filmproduktion