Im ehemaligen Fischerdorf Tickle Head auf Neufundland herrscht absolute Flaute. Denn seit die Fischgründe erschöpft sind und die kanadische Regierung den Fang verboten hat, leben die Bewohner von der Sozialhilfe. Dies nagt auch am Selbstbewusstsein. Um die Wirtschaft seines Dorfes anzukurbeln, will Ortsvorsteher Murray French unbedingt den Bau einer Fabrik forcieren. Um dafür aber den Zuschlag zu bekommen, braucht man im Ort dauerhaft einen Arzt, der die medizinische Versorgung der Fabrikarbeiter sichern soll. Da trifft es sich gut, dass der junge Arzt Dr. Lewis wegen eines Drogenvergehens im Dorf seine Sozialstrafe verbüßen muss. Nun setzten die Dorfbewohner alles daran, den Arzt dazu zu bringen, zu bleiben ...

Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Don McKellar ist im kanadischen Filmgeschäft kein Neuling. Er spielte etwa Nebenrollen in Filmen seiner Kollegen wie David Cronenberg und Atom Egoyan und schrieb Drehbücher wie etwa zu "Die Stadt der Blinden". Mit diesem Remake des franko-kanadischen Films "Die große Verführung" lieferte McKellar nun seine dritte Regiearbeit. Diesmal allerdings spielt er nicht selbst die Hauptrolle und schrieb auch nicht das Drehbuch. Er konzentrierte sich ganz darauf, das skurrile Original diesmal komplett in englischer Sprache passgenau neu zu verfilmen. Dabei lässt er eigene Ideen vermissen, konnte aber auf gute Darsteller setzen. Dennoch: Wer das Original kennt, braucht diesen Film nicht, denn man weiß vorher, was geschieht und langweilt sich deshalb schnell. Wer ihn nicht kennt, dürfte hier durchaus unterhalten werden.



Foto: Wild Bunch