"Speranza", Hoffnung nennt der italienische Fischer Giovanni Squarciò sein Boot. Täglich fährt er damit aufs Meer und setzt sein Leben aufs Spiel. Denn er fischt mit Dynamit statt mit Netzen. Er tut dies, weil er eine große Familie hat. Denn mit dem armseligen Fischfang durch Netze kann er sie nicht ernähren ...

Ein Werk ganz in der Tradition des italienischen Neorealismus, von Regie-Debütant Gillo Pontecorvo (1919-2006) in prächtigen Farben eingefangen. Nach dem Roman "Squarciò" von Franco Solinas in Szene gesetzt, überzeugt Frankreichs Film-Ikone Yves Montand in einer kraftvollen Rolle als Fischer, dem die Liebe zur Familie und das damit einhergehende illegale Fischen zum Verhängnis wird. In einer kleinen Nebenrolle: Der seinerzeit 17-jährige Mario Girotti, der sich noch nicht Terence Hill nannte. Das Sozialdrama "Die große blaue Straße", das im Kino auch unter dem Titel "Das Leben ist ohne Gnade" lief, wurde 1958 in Karlovy Vary ausgezeichnet. Autor Solinas ("Der unsichtbare Aufstand", "Monsieur Klein") lieferte übrigens auch die Vorlagen zu Pontecorvos folgenden Regiearbeiten "Schlacht um Algier" (1965) und "Queimada" (1969).

Foto: ARD/Degeto