In der kleinen Texasstadt Anarene gibt es keine Zukunft, das erleben auch der verträumte Sonny Crawford und Duane Jackson, zwei Freunde auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Im einzigen Kino mit dem prahlerischen Namen "Royal" flimmert zum letzten Mal ein Film über die Leinwand: Howard Hawks' "Red River". Kinobesitzer Sam "der Löwe", ein Ex-Cowboy, hat sich das Leben genommen, ein kleiner Junge wird vom Lastwagen überfahren. In Korea tobt ein Krieg, in Hollywood vertreibt ein gewisser Senator McCarthy mit Hilfe von Eisenhowers Vize Richard Millhouse Nixon die besten Leute, Künstler, die man der "unamerikanischen Umtriebe" bezichtigt.

Das Nachrichtenmagazin Newsweek nannte den Film, die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher in einem texanischen Provinznest, deren Weg ins Erwachsenenleben von Enttäuschungen und Rückschlägen gekennzeichnet ist, schlichtweg "das bedeutendste Werk eines jungen Amerikaners seit Orson Welles' "Citizen Kane". Dieser junge Mann, den zuvor nur Cineasten als Kritiker und Buchautoren kannten, war Regisseur Peter Bogdanovich, sein kleiner Schwarzweiß-Film zählte 1971 zu den erfolgreichsten des amerikanischen Kinos und gilt heute neben Filmen wie "Bonnie und Clyde", "Die Reifeprüfung", "Easy Rider" und "The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz" zu den Klassikern des "New Hollywood". Fast 20 Jahre später drehte Bogdanovich mit "Texasville" eine ebenso gelungene Fortsetzung.

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