Beschauliche Dorfidylle, saftige Wiesen, zufriedene Kühe - und eine Bauchtanzgruppe. Da kann Tochter und Regisseurin Carolin Genreith über ihre Mutter und ihre orientalisch-tanzenden Freundinnen nur staunen. Während die Jung-Regisseurin noch auf der Suche nach ihrer eigenen Identität ist, erlebt ihre Mutter mit ihrer Bauchtanzgruppe bereits den zweiten Frühling. Denn diese scheint - trotz fortschreitenden Alters - ausgeglichener und lebensbejahender zu sein denn je. In klirrenden Glitzer-Kostümen bringt die Eifler Frauengruppe ihre Kurven in Schwingung. Dabei lassen sie sich von lästigen Pölsterchen und Fältchen ganz und gar nicht stören - und auch nicht vom Altern. Statt zur Botox-Spritze zu greifen, trennen sie sich von längst eingeschlafenen Beziehungen und wachsen in ihrer zweiten Lebenshälfte dank neugewonnenem Selbstbewusstsein und absoluter Ausgeglichenheit über sich hinaus. Und dann geht es sogar noch nach Paris.

Die 28-jährige Carolin Genreith porträtiert in ihrer Dokumentation eine Gruppe von Frauen, die sich durch Bauchtanz auf ihre ganz eigene Art und Weise mit dem Altern auseinandersetzen. Genreiths Dokumentation transportiert die positive Energie ihrer Protagonisten zwar durchweg, bleibt aber streckenweise bei der Analyse über die Gedanken und Ängste der Mitt-Fünfziger-Generation recht oberflächlich. Eine lebensbejahende Dokumentation, die nicht nur, aber hauptsächlich für Frauen gedacht ist. Carolin Genreiths Film feierte in diesem Jahr auf der 63. Berlinale in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" Weltpremiere.



Foto: Zorro Film