Im Alter von 13 Jahren muss die taubstumme Marianna Ucria im Palermo des 18. Jahrhunderts ihren Onkel, den Herzog Pietro, heiraten. Sie schenkt ihm mehrere Kinder, nicht aber ihre Liebe. Jahre später verlässt sie ihren Mann und zieht in ein Landhaus. Dort blüht sie auf, studiert in der Bibliothek die Abenteuer der Geistesgeschichte und trifft den Gebärdenlehrer Grass, der ihr die Ideale der Aufklärung nahe bringt. Nach Pietros Tod erbt sie das Gut und stellt von nun an ihr soziales Engagement unter Beweis.Insgeheim verliebt sie sich in den Bruder ihrer Dienerin und Vertrauten Fila, gibt diesem Gefühl aber nicht nach. Stattdessen arrangiert sie dessen Heirat mit einer anderen. Das hat schreckliche Folgen...

Regisseur Roberto Faenza ("Erklärt Pereira") gelang eine atmosphärisch dichte und intensive Adaption von Dacia Marainis Roman mit eindringlichen Impressionen von der sizilianischen Kultur des Todes und der stillen Kraft der Frauen. Maraini zählt zu den engagiertesten italienischen Gegenwartsautorinnen, die sich in ihren oft semi-dokumentarischen Werken häufig dem Thema "Gewalt gegen Frauen" zuwendet. Die ausdrucksstarke Hauptdarstellerin Emmanuelle Laborit ist selbst taubstumm. Sie spielte bereits die Hauptrolle in Caroline Links Oscar-nominiertem Drama "Jenseits der Stille".