Italien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, eine Zeit, in der die napoleonische Herrschaft zusammenbricht und die Österreicher nach dem Wiener Kongress zur vorherrschenden Macht Italiens avancieren: Den Franzosen Henri Beyle, passionierter Reisender und Literat, treibt die Suche nach Abenteuern und Zeitvertreib zwei Jahre in Italien um. Die Straßen in Süditalien sind nicht ungefährlich, Wegelagerer und Rebellen machen eine Fahrt mit der Kutsche zu einem riskanten Wagnis, oft mit tödlichem Ausgang. So ist auch Henri Beyle gezwungen, in dem kleinen Städtchen Terracina anzuhalten, denn gerade den Weg nach Neapel belagern italienische Patrioten, die von den Österreichern blutig verfolgt werden. Dort findet er eine Bleibe bei dem schillernden Grafen Nencini. Dies der Auftakt für so manches Abenteuer...

Mit der Figur des Henri Beyle ist der junge Schriftsteller Stendhal gemeint, ein glühender Napoleon-Verehrer, der sich nach der Abdankung Napoleons zeitweilig in Italien niederließ. In der fiktiven Begegnung Stendhals mit Rossini zeigt sich ein von Selbstzweifeln geplagtes literarisches Genie, das nach dem Verlust seiner Ideale und Utopien von rastloser Langeweile durch die Welt getrieben wird. Mit diesem Melodram gelang Regisseur Nicolae Caranfil ein eindrucksvolles Zeitporträt über die Demontage moralischer Werte in einer Zeit des politischen und historischen Wandels.