Der mittlerweile legendäre Bergfilm schildert in dramatischen Bildern das Schicksal von Dr. Johannes Krafft, der seine Frau durch einen Unfall bei der Besteigung der Nordwand des Schweizer Bergriesen Piz Palü verliert. Zehn Jahre später machen die frisch Verlobten Maria Maioli und Hans Brandt Urlaub am Fuße des Piz Palü. Unter der Führung von Krafft machen sie sich auf, den Piz Palü zu besteigen und ein weiteres Unglück nimmt seinen Lauf ...

Ein deutscher Stummfilmklassiker, der seinerzeit für Aufsehen sorgte: Nach der Deutschlandpremiere am 15. November 1929 stürmten mehr als 100000 Besucher innerhalb von vier Wochen in den Berliner UFA-Palast. Allein in Deutschland spielte der Film über eine Million Reichsmark ein, weltweit mehr als 2,2 Millionen Reichsmark. Auch international war das Werk ein großer Erfolg. 1930 wurde die amerikanische Tonfassung "The White Hell Of Piz Palu" produziert und als erster deutscher Film überhaupt im riesigen Roxy-Kino in New York gezeigt. Über Jahrzehnte hinweg war die stumme Originalfassung nicht mehr zugänglich. Schon 1930 erschien in den USA eine für den amerikanischen Markt erheblich gekürzte Tonfassung mit einer Musik von Heinz Roemheld. Einige Jahre später schnitt Fanck auch die deutsche Fassung um und verkürzte sie erheblich. Mit nachsynchronisierten Dialogen und einer Musik von Giuseppe Becce versehen, kam der Film so 1935 noch einmal in die deutschen Kinos. Von der ursprünglich atemberaubenden Bildqualität der Naturaufnahmen ist bei den Bearbeitungen viel verlorengegangen. Durch die Kürzungen wurde außerdem die anfangs eher nebensächliche Spielhandlung gegenüber der Darstellung der Bergwelt viel stärker in den Vordergrund gestellt. Die Originalfassung von 1929 war - über die Kriegsjahre und die Jahre der Teilung Deutschlands - verschollen. Erst 1996 wurde die Kopie wiederentdeckt und restauriert.

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