Der französische Literat Marcel Proust ist durch seine Krankheit ans Bett gefesselt. Während ihn seineHaushälterin Celeste umsorgt, erinnert er sich an sein Leben und seine Liebschaften: Gilberte weihte ihn einst indie Geheimnisse der Liebe ein, ihre Mutter Odette war auch nicht ohne. Dann gab es da noch die schöne Albertineund all die anderen Menschen, denen der Schriftsteller begegnete. Gilbertes Mann Robert etwa, durch den Krieggebrochen, sowie der zynische Baron de Charlus mit befremdlichen sexuellen Vorlieben...

Raúl Ruiz nahm sich das letzte Kapitel des als unverfilmbar geltenden Mammutwerks "Auf der Suche nach derverlorenen Zeit" von Marcel Proust vor und schuf eine formal und schauspielerisch beeindruckende Adaption. Trotz der brillanten Kamera mit opulenten Bildern und den hervorragenden Darstellern zeigt das fast dreistündigeHistorienwerk jedoch dramaturgische Längen, auch wenn es um einiges besser gelungen ist als Volker Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann", in dem das Hauptaugenmerk auf die Odette gerichtet ist. So dürfte bei diesem Sittengemälde mit schnellemVerfallsdatum nur ein interessiertes Publikum das nötige Sitzfleisch beweisen.