Jakob Formann kehrt 1945 aus dem Krieg heim und ist wild entschlossen, das versäumte Leben nachzuholen. Als er bei der amerikanischen Besatzungsmacht in Linz als Dolmetscher arbeitet, läßt ihn ein Glücksfall zum Unternehmer werden. Mit 40000 Eiern, die er sich mit einem Trick aus amerikanischen Armeebeständen organisiert hat, startet er eine gigantische Hühnerzucht, Vorstufe zu einer noch gigantischeren Eierproduktion, die er auf dem ehemaligen Himmlerhof in Bayern installiert. Doch damit nicht genug: Formanns Aufstieg zum Chef einer Unternehmensgruppe vollzieht sich in der Goldgräberatmosphäre des Wirtschaftswunders unaufhaltsam. Formann wird auch noch Bauunternehmer, Fabrikant und Verleger. Er sammelt Statussymbole wie andere Leute Briefmarken und bleibt dabei doch der Mann kleinbürgerlicher Herkunft, der lieber Schmalzbrote als Austern ißt. Der Versuch seiner Mitarbeiter, ihn durch die Liaison mit einer adeligen Anstandsdame zu einem kultivierten Weltmann zu machen, scheitert allerdings kläglich. Sein geschäftliches Erfolgsrezept: Er ist seiner Zeit immer um zwei Schritte voraus. Doch Anfang der siebziger Jahre holt sie ihn in Folge des Ölschocks und der Rezession ein. Formanns Imperium wird von einem Bankenkonsortium übernommen, dem sein alter Erzrivale von Herresheim vorsteht. Jakob Formann zieht sich erleichtert ins Privatleben zurück und kehrt zu seiner Jugendfreundin Julia heim. Ein Aussteiger, der nun wieder seiner krisengeschüttelten Zeit zwei Schritte voraus ist.