Zwar stammt Mathias Pascal aus einer ehemals wohlhabenden Familie, doch nun ist er verarmt und muss sich als Bibliothekar verdingen. Er verliebt sich in die schöne Romilde und gewinnt ihre Hand. Aber seine Schwiegermutter terrorisiert ihn und vergiftet seine Ehe. Seine einzige Freude gilt seiner kleinen Tochter, die er über alles liebt. Nach einem schweren Schicksalsschlag flieht er nach Monte Carlo, wo er im Casino ein Vermögen gewinnt. Bei seiner Rückkehr in die Heimat wird er allerdings von einer ungeheuren Nachricht überrascht: Man hält ihn für tot ...

Fünf Jahre nach seinem gefeierten Meisterwerk "Eldorado" drehte der französische Stummfilm-Veteran und Avantgardist Marcel L'Herbier (1890–1979) nach dem 1904 erschienenen Roman "Mattia Pascal" des sizilianischen Literatur-Nobelpreisträgers Luigi Pirandello dieses Drama um einen Mann, der nicht nur mit dem gesellschaftlichen Niedergang seiner Familie verkraften muss, sondern noch dazu von Frau und Schwiegermutter terrorisiert wird und schließlich vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht. In eindringlichen Bildern erzählt dies L'Herbier und setzt dabei ganz auf das wunderbare Spiel des russisch-stämmigen Stummfilm-Stars Ivan Mozzhukhin ((1889–1939, "Casanova") in einer seiner Paraderollen. Der in seinem Heimatland ungemein populäre Mozzhukhin, der vor seiner Exekution durch die Rote Armee ins Exil floh und danach in Westeuropa und Amerika eine einzigartige Filmkarriere startete, starb 1939 im französischen Neuilly-sur-Seine im Alter von nur 49 Jahren an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung.

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