In einem Zug erzählt ein älterer, vornehm wirkender Mann in einem Monolog einer bunt gemischten Reisegesellschaft von seiner unerfüllten Liebe zu einer Tänzerin, die den Frohlockungen eines reichen Lüstlings widerstanden hat. Zu Hause in Paris angekommen, verfällt der Mann den Reizen seines Dienstmädchens, das ihn ständig aufmuntert, um sich ihm dann wieder zu verweigern. Das Leben des Mannes wird dadurch zur Qual ...

Luis Buñuel letztes Werk ist gleichzeitig eines seiner besten. Ein allegorischer und ironischer Film, in den der Meisterregisseur eine Vielzahl seiner Themen miteinbezieht: politischer Kampf, Kirche, Kampf der Geschlechter, bourgeoise Gedankenwelten. Die Geschichte basiert auf Motiven des Romans "La femme et le pantin" von Pierre Louys, der zuvor unter anderem von Josef von Sternberg ("Der Teufel ist eine Frau" mit Marlene Dietrich) und Julien Duvivier ("Ein Weib wie der Satan" mit Brigitte Bardot) verfilmt wurde. Buñuel verleiht der Geschichte jedoch völlig neue Akzente. Die Rolle des Dienstmädchens besetzte er gleich mit zwei Schauspielerinnen. Die zarte, hintergründige Erotik von Carole Bouquet und die etwas derberen, unverblümten Reize von Angela Molina verbinden sich perfekt zu einem komplexen, widersprüchlichen Charakter. Der Film erhielt 1977 unter anderem den Preis der amerikanischen Filmkritik und war ein Jahr später für den Oscar und den Golden Globe als bester nichtenglischsprachiger Film nominiert.

Foto: Kinowelt