Ach, wie ging es doch mitunter putzig zu auf unserer Welt vor grauer Urzeit: Da wird doch glatt der verwaiste Saurier Aladar von niedlich-friedlichen Primaten aufgezogen und nennt nun einige der eigenwilligen Lemuren seine besten Freunde. Nach überaus glücklicher Kindheit schlägt das Schicksal aber gnadenlos zu. Nein, nicht etwa ein finster-fieser Raubsaurier reißt Lücken in die traute Glückseligkeit, sondern ein deftiger, alles zerstörender Meteoritenhagel. So machen sich Horden der unterschiedlichsten Sauriergattungen nach der apokalyptischen Zerstörung ihrer Lebensräume auf, um sich andernorts nach Nahrungsmitteln umzusehen. Unter ihnen natürlich auch die netten Lemuren - inklusive witzig verspieltem Zottel-Sonderling - und Saurier Aladar. Doch ein hirniger Dinosaurier spielt sich als Anführer auf und außerdem lauern noch Gefahren in Form von hungrigen Fleischfressern. So geht eine gefährlich-blutige Odyssee ihren düsteren Gang ...

Die Computer animierten Bilder haben es in sich. Da merkt man gleich, dass hier Könner in tricktechnischer Detailverliebtheit zu Werke gezogen sind und in mühevollster Kleinstarbeit ihre Dinos in die wunderbaren Landschaften von Hawaii, Australien, Kalifornien, Venezuela und Samoa hineinprojiziert haben. Was hier aber an Story und vor allem an Dialogen verkauft wird, ist schon ziemlich hanebüchen. Dass hier die Sympathieträger am laufenden Band dämliche Sprüche klopfen wie etwa "Passt auf! Die fressen euch wie Pommes", zeugt eher davon, dass bewusst - mit Blick auf die Kinokasse - ein rührseliger Kinder-Schmuh kreiert wurde, der auf Dauer einfach unerträglich ist - auch wenn hier edelmutige Tugenden wie Freundschaft, Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft über das darwinistisch-biologistische Prinzip des "Gefressenwerdens" siegt. Letztendlich ist dies eine vertane Chance, Entertainment und Bildung gekonnt unter einen Hut zu bringen. Was aber Spielberg mit seinen beiden "Jurassic Park"-Streifen kann, kann die Disney Company schon lange: Geld machen nämlich!

Foto: Disney