Eine sizilianische Kleinstadt in den Sechzigerjahren. Der aus Norditalien stammende Carabinieri-Hauptmann Bellodi wird in eine kleine sizilianischen Stadt beordert und mit der Aufklärung des Mordfalles Colaberna beauftragt. Das erste Verhör führt der junge Polizist mit Rosa Nicolosi, die mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in einem Haus wohnt, das Nahe der Stelle liegt, wo der ermordete Bauunternehmer aufgefunden worden ist. Bellodi, der es zunächst ablehnt, die in Sizilien üblichen Untersuchungsmethoden anzuwenden, stößt auf eine Mauer des Schweigens und der Ablehnung. Weder Rosa noch irgend jemand anderer aus der Gemeinde will etwas wissen. Dennoch kann Bellodi in Erfahrung bringen, dass der Bauunternehmer durch die Mafia beseitigt wurde, weil er sich nicht unter Druck setzten ließ. Es gelingt Bellodi, der jungen Rosa, deren Mann seit dem Mord spurlos verschwunden ist, durch einen Trick den Namen eines Gefolgsmannes von Don Mariano Arena, dem Chef der lokalen Mafia, zu entlocken. Nach weiteren Recherchen lässt Belloni die beiden Mafiosi verhaften. Aber die Beschuldigten können sich mit einem Lügengeflecht geschickt aus der Affäre ziehen...

Polit-Thriller-Spezialist Damiano Damiani lieferte mit "Don Mariano weiß von nichts" eine spannende wie gut gespielte Verfilmung des Gesellschaftsromans "Der Tag der Eule" von Leonardo Sciascia, der die Ursachen für das Funktionieren der Verbindungen von wirtschaftlichen Raubrittern mit der Mafia aufzeigt. Damiani, der für seine Regiearbeit 1968 mit dem Goldenen Bären der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet wurde, arbeitete hier erstmals mit Franco Nero zusammen, den er später auch in seinen Filmen "Das Verfahren ist eingestellt: Vergessen Sie 's" (1971), "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" (1972) und in "Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?" (1974) besetzte.

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