Nach ihrem Collegeabschluss in Großbritannien kommt die junge Hope Bridges Adams (Heike Makatsch, Foto) 1873 mit ihrer Mutter nach Dresden, um dort ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Schon bald beginnt sie ein Medizinstudium, dass sie schließlich 1880 als erste Frau in Deutschland mit dem Staatsexamen abschließt. Doch die Approbation bleibt ihr trotz Intervention höchster Kreise verwehrt und so geht sie schließlich nach Bern, wo sie promovieren darf. 1881 legt sie in Dublin die britische Abschlussprüfung ab und erhält daraufhin die englische Zulassung als Ärztin. Doch noch mehr als 20 Jahre sollen vergehen, bis ihr Titel auch in Deutschland anerkannt wird ...

Hope Bridges Adams-Lehmann (1855-1916) gilt als eine der Pionierinnen der Frauenbewegung und war eine der ersten Frauen, die in Deutschland ein medizinisches Staatsexamen ablegte. Als kämpferische Ärztin setzte sie sich für die Rechte der Frau ein und förderte Hygiene, öffentliche Gesundheitsfürsorge und Verhütung. In dieser zweiteiligen Filmbiografie, die Martin Enlen nach dem Buch des Autoren-Trios Katrin Tempel, Torsten Dewi und Christoph Callenberg inszenierte, zeigt Heike Makatsch nach ihrer Rolle in "Margarete Steiff" einmal mehr, dass sie historischen Personen gekonnt Leben einzuhauchen versteht. Allerdings leidet Enlens gut ausgestattete Regiearbeit - wie auch andere Zweiteiler - an einigen Längen. Für Medienrummel sorgte der Vorwurf der Historikerin und Professorin für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg, Marita Krauss, die Autoren hätten aus ihrer 2002 erschienenen Biographie "Die Frau der Zukunft. Dr. Hope Bridges Adams Lehmann (1855-1916), Ärztin und Reformerin" abgeschrieben. Dewi bestreitet nicht, das Buch neben etwa einem Dutzend anderer Quellen benutzt zu haben, weist aber den Vorwurf, abgeschrieben zu haben, zurück.

Foto: ZDF/Erika Hauri