Familienvater Viktor Frandsen ist ein Haustyrann wie er im Buche steht. Besonders seine Frau Ida schuftet von früh morgens bis spät abends wie eine Sklavin und leidet unter Viktors ständigen Demütigungen. Eines Tages hat Viktors alte Nanny Mads die Nase gestrichen voll und lässt die völlig überarbeitete Ida von deren Mutter abholen, die sie zur Kur bringen soll. Von nun an übernimmt die resolute Mads den Haushalt und die dringend notwendige Erziehung Viktors, der von einen auf den anderen Tag lernen muss, wie man spült, Schuhe putzt und Babys wickelt ...

Nach dem erfolgreichen Bühnenstück "Sturz des Tyrannen" von Ko-Autor Svend Rindom inszenierte der dänische Meisterregisseur Carl Theodor Dreyer ("Vampyr") diesen gelungenen Stummfilm, in dem er kammerspielartig - die Handlung spielt zum größten Teil in der Wohnung der Frandzens - und atmosphärisch dicht die Geschichte einer leidgeprüften Ehefrau erzählt, der schließlich nur die Flucht bleibt, um nicht zugrunde zu gehen. Erst die Läuterung ihres despotischen Ehemannes führt diesen zur Einsicht, wie falsch er seine Frau behandelt hat. In Dreyers Heimatland nicht sonderlich erfolgreich, war "Du sollest deine Frau ehren" in Frankreich ein Kassenerfolg und ermöglichte es dem Regisseur, sein späteres Meisterwerk "Die Passion der Jungfrau von Orléans" (1928) in Angriff zu nehmen. Für die musikalische Untermalung der restaurierten Fassung sorgte die Berliner Komponistin Sabine Worthmann, die mit einem Mix aus akustischen Instrumenten (Cello, Klarinetten, Percussion, Gitarre) und fein ziselierten elektronischen Samples eine ganze Palette von Klängen einsetzt, um die satirische Verfremdung weiter voranzutreiben. In der Rolle des Viktor ist der dänische Schauspieler Johannes Meyer zu sehen, der zuvor schon in Dreyers "Die Gezeichneten" spielte, seine Ehefrau Ida gibt die gelernte Ballett-Tänzerin Astrid Holm ("Der Fuhrmann des Todes") und in der Rolle der Nanny Mads überzeugt die dänische Charakterdarstellerin Mathilde Nielsen, die für ihre Verkörperung starker mütterlicher Figuren im Theater wie im Kino bekannt war.

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