1980/81 drehte der in Bulgarien geborene Berliner Filmemacher Marin Martschewski einen Dokumentarfilm über vier Rennfahrer in der bulgarischen Provinzstadt Targowitsche. Nichts war ihnen so wichtig wie die Buggys, die sie mit viel Begeisterung und technischem Talent bauten, um an Geländerennen teilzunehmen. Diese Rennen lösten sich nach dem Start in einer riesigen Staubwolke auf, die sich am Ende wieder legte, als sei nichts geschehen. Danach kehrten die vier in ihre Provinz zurück, wo sie wieder viel Zeit hatten, an ihren Fahrzeugen zu werkeln und von neuen Heldentaten auf der Piste z u träumen. Kurz nach der Fertigstellung des Films hatte der Autor Bulgarien verlassen und viele Jahre nichts mehr von seinen "Rennfahrern" gehört.

1998 ist Marin Martschewski nach mehreren Besuchen noch einmal mit der Kamera nach Targowitsche zurückgekehrt, um die vier Männer in ihrer heutigen Situation zu porträtieren. Inzwischen ist auch in Bulgarien eine Epoche zu Ende gegangen: Der Sozialismus hatte die Wirtschaft des Landes ruiniert, und die nachfolgenden Regierungen gaben ihr den Rest. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre haben sich die Gemeinsamkeiten der vier Rennfahrer von einst erhalten. Dazu gehört auch eine Verspieltheit, die sich trotzig gegen das "Realitätsprinzip" behauptet. Ihre Lebenswege haben sich getrennt, und die Unterschiede in ihren Persönlichkeiten wurden ausgeprägter. Dennoch scheinen sich heute wie damals ihre Talente ideal zu ergänzen. Unter Einbeziehung von Ausschnitten aus dem alten Schwarzweiß-Film "Rennfahrer" hat Marin Martschewski einen persönlichen Dokumentarfilm über das heutige Bulgarien gedreht. Ein persönlicher Film über das heutige Bulgarien, aber auch über Lebensmut, Freundschaft und Treue zu sich selbst.