Herr von Briest und seine Frau fühlen sich geehrt, als der preußische Baron von Instetten diese um die Hand ihrer Tochter Effi bittet. Mit ihren 17 Jahren ist Effi (Angelica Domröse, Foto) fast noch ein Kind, temperamentvoll und lebensfroh und völlig unvorbereitet auf das Leben. Die Werbung des bedeutend älteren Instetten schmeichelt ihr. Nach der Hochzeit bringt der Baron seine junge Frau nach Kessin in Hinterpommern, wo er Landrat ist. Er ist sehr stolz auf die hübsche Effi. Sie dagegen fürchtet sich in dem unheimlichen alten Haus, das sie bewohnen. Doch schon bald beginnt sie das bedächtige Kleinstadtleben zu langweilen ...

Nach dem 1895 erschienenen Roman von Theodor Fontane (1819-1898) drehte Wolfgang Luderer dieses hervorragend besetzte Drama, in dem Angelica Domröse in die Rolle von Fontanes berühmter Romangestalt schlüpfte. Luderer orientierte sich trotz einiger sarkastischer Spitzen enger an der literarischen Vorlage als etwa Gustaf Gründgens in seiner Adaption "Der Schritt vom Wege" (1939) oder Rudolf Jugert in "Rosen im Herbst" (1955). Vier Jahre später entstand mit Rainer Werner Fassbinders gefeiertem Effi Briest mit Hanna Schygulla die wohl bis heute beste Adaption, und 2009 kam Hermine Huntgeburths Effi Briest mit Julia Jentsch in die Kinos.

Foto: MDR/DRA/Hans-Jürgen Hoeftmann