Früher lebten die Menschen auf der trostlosen Insel in der Ostsee in Frieden und Partylaune, doch nun hat Zwietracht und Hoffnungslosigkeit Besitz von der Gesellschaft ergriffen. Der Herrscher des winterlich verwehten Eilands ist der verdächtig an einen Vampirgraf erinnernde Baron Tante Teufel, dem schon einige junge Mädchen zum Opfer gefallen sind. Als plötzlich wahre Liebe die Eiseskälte zu brechen droht, sieht der wahnsinnige Blaublütler buchstäblich rot. Um die Liebe im Keim zu ersticken, scheut er vor nichts zurück...

Er gilt als "enfant terrible" der deutschen Filmszene: Regisseur Christoph Schlingensief ("Tunguska", "Das deutsche Kettensägenmassaker"), der "Egomania" mit einem Augenzwinkern als "das größte Liebesdrama aller Zeiten" beschreibt. Unter den frühen Filmen des Kulturanarchisten bietet dieses ästhetisch an Caspar David Friedrich gemahnende Eiswüsten-Bilderrätsel und erste Filmwerk des späteren Provokateurs eine experimentelle Auseinandersetzung mit der deutschen Romantik. Die Nähe zum Kitsch ist bewusst gesucht. Am Ende gehen Udo Kier und Tilda Swinton, der durchgedrehte Baron Tante Teufel und die schöne Sally, gemeinsam dem rot getränkten Sonnenuntergang entgegen: "Ein anderes Weltende wird es nicht geben." "Egomania - Insel der Hoffnung" wurde 1987 mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet.

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