Einer gegen alle, alle gegen einen - im verträumten Western-Städtchen Lago sorgt ein geheimnisvoller Revolverheld für Unruhe. Zuerst rettet er das Nest vor drei entlassenen Outlaws, danach startet er einen blutigen Rachefeldzug, dem niemand gewachsen ist. Denn hinter der scheinbar friedlichen Fassade des Dörfchens versteckt sich die Fratze feiger Mörder und Denunzianten...

Clint Eastwood inszeniert Clint Eastwood. Und zwar genau so, wie er es von sich selbst erwartet: wortkarg, geheimnisvoll, schonungslos und gerecht. Für Western-Freaks ist Eastwoods zweites Regiewerk eine sarkastische Huldigung an seinen Entdecker Sergio Leone. Nach ihren gemeinsamen Erfolgen mit der legendären Dollar-Trilogie "Für eine Handvoll Dollar" (1964), "Für ein paar Dollar mehr" (1965) und "Zwei glorreiche Halunken" (1966) hatten sich der Star-Regisseur und sein Schauspiel-Gringo auseinandergearbeitet. Resultat: "Ein Fremder ohne Namen" wurde zur Eastwood-Version von Leones "Zwei glorreiche Halunken" und der Jungregisseur versuchte es seinem Lehrmeister zu zeigen, wie er den Film besser gemacht hätte. Das (gelungene) Plagiat wurde so zur faszinierenden Fußnote zum Werk des "Spiel mir das Lied vom Tod"-Machers Leone. Dieser hingegen sah seinen Zögling Clinton Eastwood jr. nach den Dreharbeiten "kaputt und völlig am Ende seiner Karriere". Und wie recht Sergio Leone bei der Einschätzung Eastwoods hatte, zeigte sich schon fast 50 Filme, dutzenden Kassenschlagern und einem Oscar für sein Lebenswerk (1995) später...

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