In den Fünfzigerjahren wächst François als Einzelkind auf, kann aber den Erwartungen der sportlichen Eltern – sie ist Schwimmerin, er Turner – nicht gerecht werden. So sucht er Trost bei seinem imaginären großen Bruder, was wiederum bei den Eltern zu Ärger führt. Nur die jüdische Nachbarin Louise hat offenbar Verständnis für den Jungen. Der erfährt aber erst als Erwachsener das finstere Geheimnis seiner Eltern. Denn die beiden waren nicht immer ein Paar, sondern fanden erst durch tragische Kriegsereignisse zueinander ...

Altmeister Claude Miller ("Das Auge", "Das freche Mädchen") nahm sich hier den Bestseller von Philippe Grimbert vor und erzählt ein dunkles Kapitel französischer Geschichte. Leider wirkt die Inszenierung etwas fahrig, erschließen sich einige Szenen dem Zuschauer nur schwer. Die unterschiedlichen Zeitebenen funktionieren zwar, erschweren aber den Zugang zu den ohnehin sperrigen Figuren zusätzlich. Was bleibt: gute Bilder und starke Darsteller.

Foto: Arsenal (Central)