Der aufstrebende Berliner Politiker Hans-Werner Glehdorn verliert von einem auf den anderen Tag seine Frau. Nach deren plötzlichen Tod muss sich der viel beschäftigte Workaholic auch noch um seine drei Kinder kümmern. Als die erfahren, dass ihre Mama ihnen ein Hausboot an der Müritz vermacht hat, büchsen sie von zu Hause aus, um das Erbe persönlich in Augenschein zu nehmen. Hans-Werner folgt seinen Sprösslingen in die Abgeschiedenheit der ostdeutschen Seenlandschaft, wo er die sympathische Isabell kennenlernt. Kurzerhand stellt er die junge Frau als Kindermädchen ein - und nach anfänglichen Differenzen entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Liebe ...

Ja, richtig geraten, die Geschichte kommt einem auf Anhieb bekannt vor, denn Regisseur Jorgo Papavassiliou orientierte sich hier überdeutlich an Melville Shavelsons 50 Jahre zuvor entstandenen Klassiker "Hausboot" mit Sophia Loren und Cary Grant. Allerdings reicht die romantische Familienkomödie von Papavassilious, der sich eher als Krimi-Spezialist ("Mörder kennen keine Grenzen", "Es war Mord und ein Dorf schweigt") einem Namen gemacht hat, bei weitem nicht an die Qualität des berühmten Vorgängers heran. Denn Deutschmann ist nun mal nicht Grant und Julia Koschitz ("Wohin mit Vater?", "Putzfrau Undercover", "Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin") erst recht nicht die junge Loren. Das vorhersehbare Drehbuch lieferte Martin Rauhaus, der mit Arbeiten wie "Ein starker Abgang", "Die andere Hälfte des Glücks" oder "Krieg der Frauen" gezeigt hat, dass er durchaus sehenswerte eigene Stoffe zu entwickeln weiß.

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