Ein Jahr ist es her, dass die 16-jährige Luca zwei Menschen erschossen hat. Nun beginnt der Prozess gegen die Schülerin, die beharrlich schweigt. Die Eltern und Freunde versuchen vergeblich, in ihr Leben vor der Tat zurückzufinden; und alle quält gemeinsam die Frage nach dem Motiv. Während dem Vater eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung - von ihm stammte die Waffe - droht, will die Mutter die unfassbare Tat irgendwie begreifen und Lucas Freund Julius macht sich Vorwürfe, da er nicht ahnte, was in seiner Freundin vorging ...

Regisseurin Aelrun Goette ("Keine Angst") schildert in ihrem Drama eigentlich das, was in den Zeitungen selten zu lesen ist: Die Befindlichkeit der Menschen nach einer solchen unfassbaren Tat. Dabei ging es offenbar nicht darum, Tatmotive offenzulegen, sondern das zerstörte Leben der Menschen im Umfeld der Täterin (Eltern, Freund, Kinder eines Opfers usw.) zu zeigen. Das wiederum ist arg holprig inszeniert und der Wechsel und die Dauer von Szenen nicht immer verständlich. Zudem weiß man lange bzw. überhaupt nicht, wer eigentlich getötet wurde und in welchem Zusammenhang die gerade agierenden Personen zur Tat, zur Täterin oder zu den Opfern stehen. Wer hier Erklärungen erwartet, geht leer aus. Das nervt auf Dauer gewaltig, auch wenn es verstörend wirken soll!

Foto: WDR/David Baltzer