Eva Marchand, die junge Tochter eines im Exil lebenden, französischen Schriftstellers, wächst in einem Armenviertel von Sevilla auf. Eigentlich müsste sie ihrem alten Vater Stanislas zu Hause Gesellschaft leisten, ihrer Stiefmutter Manuela mit dem Haushalt helfen oder Heiratspläne mit ihrem Kindheitsfreund Albert schmieden. Stattdessen tanzt Eva lieber Flamenco oder durchstreift die Straßen von Sevilla - um ihre weiblichen Reize an männlichen Opfern zu erproben. Bei einem Straßenfest begegnet sie Don Matteo Diaz, einem der vornehmsten Bürger der Stadt: Er ist steinreich und aus gutem Hause, hat eine wunderbare Frau, genießt hohes Ansehen bei seinen Geschäftsfreunden - und sein Erfolg bei den Frauen ist sprichwörtlich. Doch er verliebt sich ausgerechnet in die wilde Eva - sie zu seiner Geliebten zu machen, wird zu seiner Obsession ...

Regisseur Julien Duvivier griff hier auf den wohl bedeutendsten Roman des französischen Schriftstellers Pierre Lous zurück: "La femme et le pantin" aus dem Jahr 1898 (auf Deutsch: Das Weib und der Hampelmann). Die berühmte Vorlage ist mehrfach verfilmt worden - unter anderem von Josef von Sternberg unter dem Titel "Der Teufel ist eine Frau" (1935) mit Marlene Dietrich. Auch "Dieses obskure Objekt der Begierde" (1977), der letzte Film des großen spanischen Regisseurs Luis Buñuel, ist eine Adaptation dieses Stoffes. Allerdings konzentriert sich Duvivier auf die Perspektive der vermeintlichen femme fatale: Brigitte Bardot, deren leuchtende Schönheit alles andere in den Schatten stellt, mimt hier ein spöttisches, doch im Grunde unschuldiges Mädchen.

Foto: arte F/Production Franco Italienne C.Gouze Renal/Delaar Films/Pathé Cinéma Gray Films