Der cholerische Drehbuchautor Dixon "Dix" Steele ist nicht gerade erfolgreich. Eines Abends beauftragt ihn sein Agent Mel Lippman, ein Buch für einen Film umzuschreiben. Eine junge Frau, die Dix an der Garderobe eines Nachtclubs kennenlernt, hat den Roman bereits gelesen. Weil der lustlose Drehbuchautor das Werk nicht lesen will, bittet er diese Mildred kurzerhand, den Inhalt für ihn zusammenzufassen. So begleitet sie ihn nachts zu seiner Wohnung und schildert ihm die Handlung, bevor sie nach Hause geht. Am nächsten Tag ist Mildred tot - und Dix war der Letzte, der sie lebend sah. Die Polizei hält ihn für den Täter. Seine Situation scheint aussichtslos, bis seine schöne Nachbarin Laurel Gray sich meldet und aussagt. Die beiden werden ein Liebespaar und scheinen zunächst glücklich. Doch Dix' Verhalten verändert sich plötzlich, und Laurel ängstigt sich immer mehr vor seiner zunehmend gewalttätigen Art. Auch Mel Lippman befallen Zweifel. Ist Dix tatsächlich Mildreds Mörder?

Nicholas Ray saß bei diesem film noir auf dem Regiestuhl. Zwar stützt sich die Handlung auf den gleichnamigen Roman von Dorothy B. Hughes, aber Rays Handschrift ist unverkennbar und der Verlauf der Story entwickelt sich im Vergleich zum Buch anders. Der politisch stark links orientierte Regisseur inszenierte die Geschichte des mit Verdächtigungen belegten Dixon Steele als Parabel auf die Kommunistenhatz in den USA während der McCarthy-Ära. Auch in Rays späteren Werken sind offene und verdeckte Seitenhiebe auf den "American Way of Life" erkennbar. Sicher ist "Ein einsamer Ort" weder Rays noch Bogarts beste Arbeit (Ray ging mit "... denn sie wissen nicht, was sie tun" und Bogie mit "Casablanca" in die Filmgeschichte ein), aber dank der beiden Hauptdarsteller Gloria Grahame und Humphrey Bogart bekommen die Gefühle Angst, Misstrauen, Vertrauen und Sehnsucht ausdrucksstarke Gesichter.

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