Nach einer gemeinsamen Kindheit mit langen Sommern am See von Annecy haben die Brüder Charles und Bertrand Verdier sich auseinander gelebt. Charles, erfolgreicher Unternehmer, lebt mit der hübschen Italienerin Susan in einer malerischen Villa und fällt aus allen Wolken, als Bertrand ihm nach dem Tod des amtierenden Abgeordneten vorschlägt, für seine Partei zu kandidieren. Wäre nicht der schon immer politisch engagierte Bertrand viel besser als Kandidat geeignet? Es gelingt Gisèle, der ehemaligen Geliebten des in der Résistance aktiven Vaters, Charles zu überzeugen. Dieser betritt im Wahlkampf absolutes Neuland, muss Kontakte knüpfen, Reden halten, seine Worte abwägen. Immer ist Bertrand an seiner Seite, unterstützt ihn, kritisiert ihn, stellt ihn auf bäuerlichen Marktplätzen und bei Parteiversammlungen vor und scheut auch vor Handgemengen nicht zurück, wenn es darum geht, seinen älteren Bruder zur Räson zu bringen. Während Susan immer weniger Verständnis für Charles' Abwesenheit aufbringt, entdecken sich die beiden Brüder zwischen Parteiprogramm und Sonntagsbesuch neu ...

Regisseur Jean-Baptiste Huber zeichnet in seinem Langfilm-Debüt sensibel das Porträt einer Beziehung unter Brüdern, die sich fremd geworden sind und neu kennen lernen müssen. Lebensnah stellt er die innerparteilichen Streitigkeiten und die Auswirkungen des Wahlkampfs auf das Privatleben der Kandidaten dar. Getragen wird dies vor allem durch die darstellerischen Leistungen von Hippolyte Giradot als Charles und Olivier Gourmet als Bertrand.

Foto: arte F/Didier Devos