Ein ganz gewöhnlicher Vorort von San Diego: Der junge Laienschauspieler Brad Macallam geht seelenruhig in das Haus seiner Nachbarn, wo seine Mutter zum Kaffee zu Besuch ist. Ohne Regung ersticht er sie mit einem mitgebrachten Schwert. Als nach kurzer Zeit die Polizei eintrifft, hat er sich bereits mit Geiseln in seinem Elternhaus verschanzt. Während ein Sondereinsatzkommando auf den Befehl wartet, das Haus zu stürmen, befragt Police Detective Hank Havenhurst Brads Freundin Ingrid und den exzentrischen Theaterregisseur Lee, unter dessen Regie Grad gespielt hat, um mehr über die Vergangenheit des Täters zu erfahren. Denn Havenhurst will den Muttermörder zur Aufgabe bewegen …

Regisseur Werner Herzog war schon immer für seine Experimentierfreudigkeit bekannt, man denke nur an seine Werke aus den Siebziger- und Achtzigerjahren. Auch "Ein fürsorglicher Sohn" (mitproduziert von David Lynch, den Herzog nach einer wahren Geschichte in Szene setzte, verwehrt sich herkömmlichen Erzählstrukturen und liefert keine Antworten auf Fragen, die sich der Zuschauer zusammen mit dem ermittelnden Cop (klasse: Willem Dafoe) stellt. Vielmehr beginnt der Film als Krimi und entwickelt sich schließlich zum Drama mit zahlreichen Rückblenden, das das Verhalten des psychopathischen Muttermörders allerdings auch nur ansatzweise erklären kann. Michael Shannon gibt den immer unheimlicher werdenden Täter mit irrem Blick, gut sind aber auch Deutschlands Hollywood-Export Udo Kier als merkwürdiger Theaterregisseur und vor allem Brad Dourif als durchgeknallter Straußenfarmer.

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