Fabrikarbeiterin Clara Mataro ernährt ihre Familie ganz allein. Doch trotz aller Plackerei lebt sie unter der Fuchtel ihres cholerischen Mannes, der auch nach dem Umzug aus dem Süden in die Nähe Mailands die alten patriarchalischen Familienstrukturen verteidigt. Eines Nachmittags aber bricht Clara in der Schicht zusammen, die Diagnose lautet Tuberkulose. Gegen den Widerstand der Familie nimmt sie das Angebot eines vom Betrieb bezahlten Sanatoriumsaufenthalts wahr und fährt in die Berge, wo sie dank guter Pflege und Ernährung sehr schnell aufblüht. Als sich dann auch noch eine Liebesbeziehung zu einem gut aussehenden jungen Mechaniker entwickelt, wird ihr der Gedanke an eine Rückkehr in die alte Misere aus Armut, Arbeit und Familie zunehmend unerträglich ...

Mit diesem Sozialdrama kehrte Altmeister Vittorio De Sica ein Vierteljahrhundert nach neorealistischen Klassikern wie "Fahrraddiebe" (1948) oder "Das Wunder von Mailand" (thematisch wieder zu den Anfängen seiner Karriere zurück. Es ist der vorletzte Film des italienischen Regisseurs, der ein Jahr später an Lungenkrebs starb. Die Hauptrolle der unterdrückten Clara spielt die attraktive Brasilianerin Florinda Bolkan, die in den Siebzigerjahren regelmäßig in europäischen Produktionen wie "Die Verdammten" oder "Das wilde Schaf" zu sehen war.

Foto: ZDF/Gloria/Taurus-Film