Nach Sonnenuntergang im Gebirge. Durch die dunklen Serpentinen lenken sechs Menschen ihre Wagen zu einer einsamen Hütte. Die wohlhabenden Städter - eine Apothekerin, eine Lehrerin, ein Geschäftsmann, ein Arzt und ein Anwalt - treffen sich dort regelmäßig, um unter Anleitung des Psychotherapeuten Harry Bach ihre Ängste und Neurosen zu bekämpfen. Im Dunkel des Waldes überfährt einer der Teilnehmer den Sohn des Bauern Menzel und lässt ihn tödlich verletzt am Abhang liegen. Während Menzel verzweifelt versucht, seinen Jungen zu retten, beginnt in der Waldhütte die Therapiesitzung. Harry will seine Klienten mit ihren dunklen Seiten konfrontieren. Dazu hat er ein quälendes Spiel vorbereitet: Er lässt sie in einem Schlauchboot Platz nehmen und eröffnet ihnen, einer sei zu viel im Boot. Ihre einzige Überlebenschance sei es, ein Opfer zu bestimmen. Zunächst lehnt die Gruppe die Zumutung entrüstet ab, doch dann gewinnt das Spiel eine aggressive Eigendynamik...

Torsten C. Fischer ("Polizeiruf 110", "Der Briefbomber") bewegt sich mit diesem Psycho-Drama gekonnt auf den Spuren des Thriller-Genres. Dank der guten Darsteller kann man auch die ein oder andere Übertreibung verzeihen. Dass Fischer sein Handwerk versteht, bewies er beispielsweise mit Produktionen wie "Sperling und sein Spiel gegen alle" (1997) sowie "Doppeltes Dreieck" (1999).