Sie, Angela (Anna Karina, Foto mit Jean-Paul Belmondo), kommt aus Dänemark und arbeitet in einem drittklassigen Pariser Lokal als Stripteasetänzerin. Er, Emile, ist Buchhändler. Sie leben glücklich zusammen, bis Angela Emile eines Abends mit aller Entschiedenheit erklärt, dass sie ein Baby haben will. Emile ist alles andere als begeistert, doch sollte er sich weigern, wird Angela eben einen anderen Vater für ihr Baby finden müssen. Emile nimmt die Drohung nicht ernst, doch ein gemeinsamer Freund steht schon bereit. Alfred Lubitsch lässt sich gerne davon überzeugen, seiner Zuneigung zu Angela die entsprechenden Taten folgen zu lassen; Emile beginnt, aus seiner erotischen Lethargie zu erwachen ...

Godards dritter Spielfilm innerhalb von 14 Monaten (nach "Außer Atem" und "Der kleine Soldat") ist seine erste Produktion in Farbe, ein spielerisches "Plagiat" der kurz zuvor entstandenen Philippe de Broca-Komödie "Liebesspiele" (gedreht nach einem von Godard in den "Cahiers du Cinéma" veröffentlichten Treatment). Inspiriert von Hollywoods großen Romanzen und Musicals, setzt Godard hier vor allem seine spätere Ehefrau Anna Karina im CinemaScope-Format ins Bild - in den jede Szene dominierenden Farben Rot, Blau und Weiß. Das Ergebnis ist eine verspielte Nummernrevue voller visueller und verbaler Gags, die von Anfang an auf den nostalgischen Charme einer Hommage setzt und auf ein Genre, das nur als amerikanische Importware auf europäischen Leinwänden wirklich Fuß fassen konnte, während es in Godards Händen allenfalls als ironisches Zitat "überlebt".

Foto: StudioCanal