Ein Einblick in 24 Stunden aus dem Leben einer Frau: Charlotte ist Ende 20, zum zweiten Mal verheiratet und hat einen Sohn aus erster Ehe. Nachdem sie sich mit ihrem Liebhaber, ein Schauspieler, vergnügt hat, muss sie ihren Sohn von der Schule abholen um anschließend ihren Mann, ein Pilot, am Flughafen zu begrüßen. Beim Arzt erfährt Charlotte dann, dass sie wieder schwanger ist. Doch sie weiß nicht, wer der Vater des Kindes ist ...

Die eigentliche Geschichte ist - wie häufig bei Godard - eigentlich Nebensache, dient sie doch nur als Aufhänger für stilistische Übungen. So ist dies ein Film, in dem etwa Hände eine größere Bedeutung spielen als Gesichter. Der Film beginnt mit einer Einstellung von ineinander verschränkten Händen und endet damit. Kameramann Raoul Coutard leistet hier Erstaunliches. Mit vielen visuellen Spielereien wie Buchstabeneinblendungen (auch dies typisch für Godard), plötzliches Umschalten in Negativbilder oder extreme Close Ups erzählt Godard aus dem Leben einer emanzipierten Frau, die viele Belanglosigkeiten von sich gibt. Was seinerzeit sicherlich als skandalös galt (viel nackte Haut, selbstverständlicher Ehebruch usw.) wirkt zwar heute harmlos, bezieht seinen Reiz aber immer noch aus der ungewöhnlichen, hoch künstlerischen Bildgestaltung.

Foto: studiocanal