Die achtjährige Laura beschuldigt ihren Vater Roman Giesecke des sexuellen Missbrauchs. Er behauptet, das Kind führe lediglich die Rache ihrer Mutter Brigitte aus, die er wegen einer anderen Frau verlassen habe. Staatsanwältin Reinke, die erst kürzlich aus dem Wirtschaftsressort zur Sitte gewechselt ist, steht vor einem schwierigen Fall, zumal Roman Gieseke so gar nicht wie ein pädophiler Triebtäter wirkt ...

Nicht erst seit dem kontrovers diskutierten Thriller "Operation Zucker" sorgt das Thema Kindesmissbrauch immer wieder für erhitze Gemüter, hinterlassen die Taten bei den Opfern doch tiefe Wunden und verletzte Seelen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Grimme-Preisträgerin Vivian Naefe ("Einer geht noch") sich des Themas Missbrauch in der eigenen Familie schon 2011 annahm. Allerdings kommt die Geschichte zum Teil nicht ohne die gängigen Klischees aus und die Charakterzeichungen bleiben meist holzschnittartig. Ergreifend ist jedoch das Spiel der jungen Paula Hartmann ("Alle Anderen", "Liebling, weck die Hühner auf") in der Rolle der kleinen Laura, die ihre erwachsenen Kollegen hier glatt an die Wand spielt.

Foto: ARD/Degeto/Erika Hauri