Einfach raus - diesen Wunsch hegt der 18-jährige Andreas schon länger. Einfach raus aus der DDR, in den Westen abhauen, um dort seinen Lebenstraum zu verwirklichen und Physik zu studieren. Plötzlich, im historischen Sommer 1989, wird sein Traum Wirklichkeit. Die ungarisch-österreichische Grenze wird überraschend geöffnet, die ersten Flüchtlinge bitten in der bundesdeutschen Botschaft in Budapest um Asyl. Als Andreas mit seinen Eltern Urlaub auf einem Campingplatz in Ungarn verbringt, nutzt er die Gelegenheit und versucht, sich bei Nacht und Nebel in den Westen abzusetzen. Für seine Eltern hingegen, das Lehrer-Ehepaar Karin und Joachim Hallbrandt, ist die Vorstellung, einfach raus in den Westen zu gehen, erschreckend. Undenkbar für sie, gerade jetzt die Heimat zu verlassen ...

Regisseur Peter Vogel, der zu DDR-Zeiten eine Reihe sehenswerter "Polizeiruf 110"-Episoden drehte, inszenierte nach dem Drehbuch von Torsten Schulz ("Raus aus der Haut") dieses prominent besetzte Flüchtlingsdrama, das die Ereignisse in Ungarn in den Wochen vor dem Fall der Mauer thematisiert. Vogel lotet hier gekonnt die unterschiedlichen Standpunkte der jungen Generation, die für Freiheit und Demokratie kämpft, und der Generation der Eltern, die einst erst den Aufbau des Sozialismus möglich machte und nun voller Zweifel den Geschehnissen entgegen bangt, aus. Als Ehepaar sind hier auch Ulrich Mühe und Susanne Lothar zu sehen, die bis zum viel zu frühen Tod von Mühe 2007 auch im wahren Leben ein Paar waren.

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