So wenig erfolgreich die DDR gegenüber der Bundeserepublik in wirtschaftlicher Hinsicht Zeit ihres Bestehens auch abschnitt, rein sportlich gesehen war der viel kleinere Staat des real existierenden Sozialismus' der Bundesrepublik weit voraus - auch wenn Doping schon seinerzeit auf der Tagesordnung statt. Man denke nur an die vierfache Olympiasiegerin Bärbel Wöckel oder die dreifache Olympiasiegerin Renate Stecher, um die beiden erfolgreichsten DDR-Athletinnen zu nennen.

Die ehemalige DDR-Wasserspringerin und heutige Regisseurin Sandra Kaudelka hat sich auf die Suche nach den Sport-Stars von damals gemacht. Sie zeigt wie ein autoritärer Staat Menschen mit Privilegien umschmeichelte oder - wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden - fallen ließ. Letzlich ist "Einzelkämpfer" jedoch nicht viel mehr als eine nostalgische und recht zähe, mit viel Archivmaterial aufgepeppte Hommage an die großen Sport-Stars. Das Thema Doping zum größten teil bleibt außen vor, sieht man von den Erzählungen von Ines Geipel, Ex-Leichtathletin und heute Professorin an der Schauspielschule Ernst Busch, ab, die sich durchaus kritisch äußert.



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