Im tiefsten Mittelalter des 10. Jahrhunderts: Hadwiga ist Herzogin von Schwaben. Sie ist jung, hübsch, verwitwet, mächtig, die Herrin auf dem Hohentwiel. Sie ist es gewohnt zu entscheiden, zu bestimmen und zu befehlen, auch wenn ihr Kämmerer und Geliebter Spazzo nicht immer ihre Wünsche respektiert. Bei ihrem Besuch im Kloster St. Gallen stellt sie den Abt vor eine schwierige Entscheidung, da sie als Frau und Ungeweihte nicht die Räume des Klosters betreten darf. Nur Ekkehard, der junge, eifrige Mönch, intelligent und gut aussehend, weiß Rat: Er trägt die Herrin über die Schwelle zum inneren Kloster und überlistet so die Gesetze. Hadwiga findet an dem etwas jüngeren Ekkehard Gefallen und so erbittet sie vom Abt aus einer Laune heraus Ekkehard als Lateinlehrer auf den Hohentwiel. Ekkehard wuchs als Findelkind im Kloster auf und hat bisher nie die schützenden Mauern verlassen. Er wird stets getragen von seinem - naiven - Glauben und dem Wort Gottes. Gegen seinen Willen muss er nun das Kloster verlassen und wird in die Welt hinausgeworfen. Eine Welt, die ihm fremd und feindlich begegnet, die ihm mit Phänomenen konfrontiert, die er noch nicht kannte - oder die er bewusst verdrängt hatte: Armut, Krankheit, Barbarei, Heidentum, Aberglaube, Krieg - und Sexualität ...

Nach dem 1855 erschienenen Roman von Victor von Scheffel (1826-1886), der auf wahren Ereignissen beruht, drehte Regisseur Diethard Klante diesen aufwändig in Szene gesetzten TV-Sechsteiler, der einen authentischen Blick ins tiefste Mittelalter am Wendepunkt zwischen Heiden- und Christentum wagt. Über die historischen Aspekte hinaus stehen bei Klante aber auch die Probleme des Erwachsenwerdens und der Kampf zwischen Instinkt und Vernunft im Vordergrund.

Foto: S.A.D. Entertainment