In Venezuela hat José Antonio Abreu ein unglaubliches Projekt auf die Beine gestellt: Seit 1975 lenkt und leitet er ein Musikprogramm, dass sich "El Sistema" nennt. Abreu schuf ein Netzwerk von staatlich geförderten Musikschulen, an denen vor allem Kinder und Jugendliche der Unterschicht kostenlos Instrumente erlernen können. Damit erhalten sie eine Chance, den eigentlich vorgezeichneten Weg in die Kriminalität abzulegen und dem Bandenwesen ihrer Viertel mit Waffen, Drogen und Morden auszuweichen. Über 265000 Kinder und Jugendliche lernen heute an 184 Musikzentren neben der Musik auch Sozialverhalten. Abreu will die Zahl weiterhin erhöhen.

Regisseur Paul Smaczny ist auf Musikdokumentationen spezialisiert. Hier stellt er gemeinsam mit seiner Ko-Regisseurin Maria Stodtmeier ein mehr als außergewöhnliches Sozialprojekt vor. Das Duo folgt dem Tag eines Schülers, zeigt dessen Beweggründe, Musikunterricht zu nehmen, dokumentiert die Ergebnisse, sprich Konzertaufführungen der Orchester, die aus diesem System hervorgegangen sind. Allen Lehrern, Schülern und Musikern gemein: eine unbändige Lebensfreunde, die sich in ihrem Spiel äußert. Da werden Aufführungen zu Happenings, bei denen sich der Spaß am Spiel auch auf das Publikum überträgt und sich eine fesselnde Eigendynamik entwickelt. Ein faszinierendes Schulprojekt, das in aller Welt Schule machen sollte!

Foto: Novapool Pictures (24 Bilder)