Freunde von historischen Lokomotiven gibt es überall - auch in Uruguay. Als ein Hollywood-Studio für ein Filmprojekt eine alte Lok aus Uruguay kauft, sind die lokalen Mitglieder der Friends of the Rails Association nicht gerade erfreut über den Verkauf. Drei Veteranen wollen die Lokomotive aus dem 19. Jahrhundert vor dem Verkauf in die USA retten. Mit dem Schlachtruf "Unser nationales Erbe steht nicht zum Verkauf" entführen sie den Zug und reisen entlang der alten verlassenen Bahnlinien Uruguays. Das zieht eine Reihe abenteuerlicher Ereignisse nach sich. Von den Behörden verfolgt, erlangen die Entführer aber die Unterstützung der Menschen ihres Landes. Menschen, die seit der Stilllegung der Bahnlinie in einer Art Isolation leben...

Ein Aufstand alter Männer, von Regisseur Diego Arsuaga in seinem Mix aus Drama, Roadmovie, Western und Komödie augenzwinkernd und einem gehörigen Schuss schwarzem Humor inszeniert. In den Hauptrollen der Entführer glänzen die südamerikanischen Charakterdarsteller Héctor Alterio ("Don Quichote", "Die Verschwundenen"), Federico Luppi ("Extasis") und Pepe Soriano, die hier ohne Rücksicht auf Verluste um ihre Werte kämpfen - und dabei die breite Unterstützung der Bevölkerung erhalten. Für die gelungenen Landschaftsbilder - über die Hälfte des Films wurde in oder aus dem fahrenden Zug fotografiert - zeichnet Kameramann Hans Burmann verantwortlich. "El último tren - Der letzte Zug" wurde bereits vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Goya für den besten ausländischen Film in spanischer Sprache 2002, dem FIPRESCI Preis auf dem Film-Festival von Taormina 2003 und der Oscar-Nominierung aus Uruguay für den besten nichtenglischsprachigen Film 2003.

Foto: Pegasos