Immer häufiger wird Captain Nascimento, Chef der Elitetruppe der brasilianischen Militärpolizei, im Einsatz gegen Drogenhändler von Panikattacken überfallen. So greift er mehr und mehr zu Beruhigungstabletten, um die oft brutalen Einsätze halbwegs auszuhalten. Noch dazu will seine schwangere Frau, dass er seinen stressigen wie gefährlichen Job aufgibt. Seine Vorgesetzten stimmen der von ihm gewünschten Entlassung aber nur zu, wenn es ihm gelingt, adäquaten Ersatz zu finden. Zwei aufrechte Freunde bewerben sich für den Posten. Doch das Auswahlverfahren verlangt einiges ...

José Padilha, Autor, Regisseur und Produzent in Personalunion, zeigt mit beeindruckenden Bildern den harten Alltag einer polizeilichen Elitetruppe zwischen zermürbender Verbrechensbekämpfung, Prävention, Korruption und privaten Problemen. Das Ganze wirkt fast schon dokumentarisch (wenn wundert es, Padilha kommt vom Dokumentarfilm) und übt harte Kritik am Polizeiwesen, in dem Korruption an der Tagesordnung ist und die Kämpfer ein Leben zwischen Narzissmus und Gewaltverherrlichung führen. Dank einer plausiblen Dramaturgie - Padilha holte sich Bráulio Mantovani ("City of God") als Co-Autor – bietet der Film ein packendes Stück Zeitgeschichte, der man allerdings ein größeres Budget gewünscht hätte. Das mitreißende wie schockierende Werk traf zwar auf gespaltene Kritik, erhielt 2008 aber zu Recht den Goldenen Bären der Filmfestspiele von Berlin. Drei Jahre später drehte der Regisseur auch die Fortsetzung "Elite Squad - Im Sumpf der Korruption".

Foto: Senator