In den Siebzigerjahren kamen sie als Gastarbeiterinnen aus Südkorea ins ferne Deutschland: Young-Sook, Woo-Za und Chun-Ja. Seinerzeit ließen sie alles zurück, zum Teil sogar Kinder, um ihre Familien unterstützen zu können. Was sie nicht ahnten: Erst 30 Jahre später kehrten sie in ihr Heimatland zurück. Aber nicht allein, denn alle drei hatten inzwischen deutsche Männer geheiratet und sich in Deutschland integriert. Doch das Heimweh hat sie zurückgetrieben. Nun leben sie in Dogil Maeul, dem "Deutschen Dorf", das eigens für Leute wie sie errichtet wurde. Das Dorf in der malerischen Bucht mit den roten Ziegeldächern und den sauberen Vorgärten ist tatsächlich deutscher als deutsch - mit Vollkornbrot und Bockwürsten. Eine skurrile Kulisse, in der Touristen durch die Gärten trampeln und die Ehemänner als "Langnasen-Opas" belachen, bis die Polizei eingreift ...

Die aus Südkorea stammende Dokumentarfilmerin Sung-Hyung Cho ("Full Metal Village"), die selbst Mitte der Achtigerjahre nach Deutschland umsiedelte, begibt sich hier auf Spurensuche in ihrer Heimat. Sensibel und mit viel Witz fragt sie sich, was Heimat eigentlich ist, und ob man sie wieder finden kann. Dabei gelang ihr ein ausgezeichnetes Porträt dreier Ehepaare zwischen neuer und alter Heimat, Buddhas und Gartenzwergen. Ein Film über Rückkehr, Aufbruch, gemeinsames Älterwerden und doppelte Heimat.

Foto: Zorro