Einst gehörte das Energie-Unternehmen Enron zu den zehn größten Konzerten der USA. Doch die Erfolgsgeschichte endete im Dezember 2001 mit einem bis dahin einzigartigem Finanzskandal, der die gesamte US-Wirtschaft in ihren Grundfesten erschütterte. Schamlos hatten sich die verantwortlichen Manager persönlich bereichert und dabei die Arbeitsplätze, Altersversorgung und Lebensgrundlage zehntausender Beschäftigter vernichtet. Enron wurde so zum Symbol für die korrupte Börsenwelt der New Economy in den ausgehenden Neunzigerjahren und zum Synonym für die Skrupellosigkeit von Managern, die die Blauäugigkeit von Aktionären und die Blindheit von Politik und Justiz geschickt für sich zu nutzen verstanden. Ein Schuldenberg in Milliardenhöhe, 20000 Arbeitslose und zwei Milliarden Dollar, die aus dem Pensionsfonds für Enron-Mitarbeiter veruntreut wurden – so sah das unrühmliche Erbe des Konzerns aus...

Nichts ist spannender als die Wirklichkeit. Dokumentarfilmer Alex Gibney verfilmte in seinem Oscar-nominierten Gernewerk den gleichnamigen Besteller de Autorenduos Bethany McLean und Peter Elkind. Neben den beiden Journalisten lässt Gibney Börsianer, Politiker, Rechts- und Staatsanwälte zu Wort kommen und rollt die Ereignisse noch einmal auf: Von den Firmenanfängen über die Energiekrise in Kalifornien um die Jahrtausendwende, an der Enron nicht unbeteiligt war und die zur Wahl von Arnold Schwarzenegger als Gouverneur geführt hat, bis zu den Gerichtsverhandlungen im Jahr 2005. Jeffrey Skilling wurde übrigens 2006 zu 24 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, ein Berufungsgericht beurteilte jedoch 2009 das Strafmaß als zu hoch, nun muss er mit 15 bis 19 Jahren Haft rechnen.

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