Paul Verhoeven ist einer der größten Provokateure des Kinos. Immer wieder setzte er mit seinen Filmen neue Maßstäbe für die Darstellung von Sex und Gewalt. In "Basic Instinct" (1991) begegnete er der amerikanischen Prüderie mit europäischer Libertinage und führte einen hartnäckigen Kampf gegen die Zensur - um jeden Zentimeter der Rocklänge Sharon Stones. Amerika war empört und strömte massenhaft ins Kino, begierig zu erfahren, wie tief die Kamera sinken kann. Mit seiner respektlosen Zukunftssatire "RoboCop" (1987) trieb er das Law-and-Order-Prinzip auf eine absurde Spitze und hielt der amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vor.

Verhoevens Filme sind intelligente Genrevariationen und zugleich scharfsichtige Gesellschaftsporträts. 2000 kam Paul Verhoevens "Hollow Man" ins Kino, eine spektakuläre Aktualisierung des Horrorklassikers "The Invisible Man" (1933), mit einem Budget von über 100 Millionen Dollar. Das Porträt zeigt zahlreiche Ausschnitte aus seinen niederländischen und amerikanischen Filmen; ausführlich kommen der Regisseur selbst und seine Mitarbeiter zu Wort. Unter ihnen: die Kameramänner Jost Vacano und Jan de Bont, die Stars Kevin Bacon und Elisabeth Shue. Sie folgt den Spuren, die von den holländischen Filmen der frühen 70er zu den Blockbustern Hollywoods, vom Autorenfilm zur Traumfabrik führen.