Zu Beginn der deutschen Besetzung Frankreichs wird Léna, eine junge Jüdin russischer Abstammung, in ein Gefangenenlager interniert. Um der Deportation zu entgehen, heiratet sie den französischen Juden Michel, den sie im Lager kennenlernt. Zur selben Zeit feiern Madeleine und Raymond ihre Hochzeit in Lyon. Die Braut ist überglücklich und sorglos, als das Schicksal bereits nach kurzer Zeit erbarmungslos zuschlägt: Raymond, ein aktives Mitglied der Résistance, wird von einem fanatischen Milizionär erschossen. Der Krieg ist zu Ende, die Trauer und die Demütigung lassen langsam nach. Als die beiden Frauen sich kennenlernen, entwickelt sich sofort eine tiefe Zuneigung zwischen den beiden. Sie werden enge Freundinnen und blühen auf - dank ihrer Freundschaft und trotz ihrer unterschiedlichen Schicksale und der Männer in ihrem Leben.

Die Lyoner Regisseurin, Autorin und Darstellerin Diane Kurys inszenierte mit ihrem stillen Melodram "Entre Nous" das Porträt zweier Frauen, die sich in der illusionslosen Nachkriegszeit erst zaghaft, dann aber zunehmend selbstbewusst zu ihren Träumen bekennen. Detailgenau und nuancenreich, zart, traurig und sehr einfühlsam und ergreifend schildert die Regisseurin die komplexen Gefühle der Beteiligten, ohne jemals in Schwarzweiß-Malerei zu verfallen. Kein Wunder also, dass "Entre nous" 1984 als bester nicht-englisch-sprachiger Film für den Oscar nominiert wurde. Später zeigte Diane Kurys mit Filmen wie der Tragikomödie "Ein Sommer an der See" (1990), dem Liebesfilm "Nach der Liebe" (1992) und dem Psychodrama "Zwischen Liebe und Hass" (1994), dass sie zu Recht als Meisterin sensibler Beziehungsgeflechte gilt.