Ein Gefängnis in Marseille: Eine Mutter ist extra aus Algerien gekommen, um den Mörder ihres Sohnes zu besuchen. Ebenfalls dabei: ein Mädchen, das eine Romanze mit einem Verbrecher hat. Dagegen wird einem mittellosen Gelegenheitsjobber Geld im Tausch gegen seine Freiheit angeboten wird ...

"Erst einer, dann alle" ist das in Frankreich vielfach preisgekrönte, autobiographisch gefärbte Langfilmdebüt der Filmemacherin und ehemaligen Sozialarbeiterin Léa Fehner, in dem sie den Lebensweg von drei grundverschiedenen Menschen in einem Gefängnis-Besucherraum zu einem Drama um Liebe, Verrat und Erlösung verdichtet. Inszenatorisch orientierte sich Fehner, die sich zuvor mit Dokumentationen einen Namen machte, dabei an Werken wie "Short Cuts" oder "Babel", ohne jedoch deren Reife zu erreichen. Allerdings ist "Erst einer, dann alle" bis in die Nebenrollen gut besetzt und gespielt, Pauline Etienne ("Die Nonne", "Privatunterricht") als junges Mädchen und Farida Rahouadj ("Wie sehr liebst du mich?") als algerische Mutter gefallen besonders.

Foto: arte F/© Rezo Productions/Léa Fehner/Rozenn Quéré