In einer fiktiven Stadt in Russland löst ein bizzares Regime das nächste ab: Zaren agieren in Slapstick-Grotesken, Lenin ist Anführer chaotisch werkelnder Massen, Stalin herrscht dort als lüsterner Bürgermeister, der nachts seine Opfer selbst denunziert. Reformer mit skurrilen Patentrezepten wie Chruschtschow überschütten die Stadt mit Fünfjahresplänen und einer Überproduktion an Senf. Breschnew ist so verkalkt, dass er getrost als Vampir durchgeht und Andropow wird als hilfloser Moralist verlacht, bis schließlich Gorbatschow dem brüchigen Gebäude den letzten Stoß versetzt ...

1870 verfasste der russische Schriftsteller Michail Saltykow den Roman "Geschichte einer Stadt" - eine satirische Allegorie auf Russlands Geschichte und seine Herrscher. Aus dieser Vorlage schuf Regisseur Owtscharow eine moderne Satire auf die Geschichtsschreibung der UdSSR seit Lenin. Zusätzlich verfremdete er das Material, indem er jede Epoche in dem ihr eigenen Stil verfilmte wie etwa die 20er Jahre im Stil des Stummfilms. Die Musik stammt von Sergej Kurjochin, dem enfant terrible der russischen Jazz-Szene, der mit seinen exaltierten Show - lebende Tiere auf der Bühne - auf sich aufmerksam machte.