Die berufliche und private Überforderung bringt den burnout-geplagten Architekten Jochen Windscheidt an seine Grenzen und bis in eine psychiatrische Klinik. Seine Frau Susanne kämpft in ihrem Jobcenter permanent um Gerechtigkeit und Status. Als die Demenzerkrankung ihrer Mutter immer deutlicher wird, tagt der Familienrat mit Büdern und Schwestern über die Zukunft der Eltern. Währenddessen bessert Susannes Sohn Florian sein Taschengeld durch Drogenverkäufe auf. Jochens Tochter Marie fühlt sich vernachlässigt und möchte zukünftig wieder bei ihrer leiblichen Mutter leben.Nur der kleine gemeinsame Sohn Benni gibt der Familie ein emotionales Zentrum, auch wenn er zum allgemeinen Entsetzen Läuse mit nach Hause bringt. Als wenn das nicht schon genug wäre, räumt auch noch Jochens Partner Gerd Crecelius das Firmenkonto leer und taucht unter. Und auch Susannes Affäre wird endlich thematisiert ...

Ein bunter, gut gespielter Familienreigen zwischen Komödie und Drama von Isabel Kleefeld, die zuvor besonders durch ihre Zusammenarbeit mit Senta Berger ("Unter Verdacht - Ein neues Leben", "Unter Verdacht - Die falsche Frau", "Schlaflos") auf sich aufmerksam machte. Mit viel Gespür für ihre Charaktere und einem durchaus vorstellbaren Szenario setze Kleefeld dieses mal witzige, mal dramatische, aber immer realitätsnahe Werk nach einem Drehbuch von Martin Rauhaus ("München '72 - Das Attentat", "Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei") in Szene. "Familie Windscheit" ist nach "Mama kommt!" (2009) die zweite gemeinsame Arbeit von Regisseurin Kleefeld und ihrer Hauptdarstellerin Anja Kling.

Foto: ZDF/Conny Klein