"Seid diskret", waren die letzten Worte ihres Vaters, bevor er starb. In ihrem preisgekrönten Film über die Entdeckung eines Tabus in der eigenen Familie sucht die New Yorker Filmemacherin Pola Rapaport 20 Jahre nach seinem Tod die Wahrheit über ihren Vater und findet einen Bruder, von dem sie immer geträumt hat.Familiengeschichte ist oftmals der interessanteste Spiegel, in dem politische Geschichte, Weltgeschichte sichtbar wird. Als Pola Rapaport den merkwürdigen Brief aus Rumänien erhält, der in sachlichem Ton Auskunft erbittet, spürt sie gleich, dass die Anfrage von Bedeutung ist. Ein fremder Mann aus Bukarest sucht seinen Vater, und der Name dieses Vaters ist ihr eigener Name. Sie wagt es, sich dem Familiengeheimnis zu nähern und entdeckt damit Spuren ihrer eigenen Identität, die sie nach Frankreich und nach Rumänien führen.In der Begegnung mit ihrem rumänischen Halbbruder wird ein Stück Geschichte des 20. Jahrhunderts deutlich. Viele Biografien wurden gebrochen in den Zeiten des Krieges, der mit einer Zweiteilung der Welt in Ost und West endete. Der Schnittpunkt der Verbindung zwischen Pola und Pierre sind die Exiljahre des Vaters in Paris im französischen Untergrund während des 2. Weltkriegs. Und während Pola staunend und tief berührt die rumänische Welt entdeckt, aus der ihr Vater stammte, ist Pierre konfrontiert mit seiner jüdischen Abstammung, die verhinderte, dass seine Eltern heiraten konnten.